Hagar Levin

Hagar Levin ist 1987 im israelischen Hod HaScharon geboren und dort aufgewachsen. Ihre Familie hat europäische und irakische Wurzeln.

Hagar Levin ist 1987 im israelischen Hod HaScharon geboren und dort aufgewachsen. Ihre Familie hat europäische und irakische Wurzeln.

Sie studierte in Jerusalem Islam- und Nahostwissenschaften. Von 2012 bis 2017 lebte sie in Berlin, wo sie zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvierte. Danach gründete sie das Dialogprojekt Shalom Rollberg, das interkulturelle Begegnungen zwischen vorwiegend muslimischen Kindern und Jugendlichen und jüdischen Ehrenamtlichen ermöglicht. Aus familiären Gründen hat sie sich im Sommer 2017 entschieden, Berlin zu verlassen und nach Israel zurück zu gehen. Ihr Projekt Shalom Rollberg wird jedoch fortgesetzt.

Inge Marcus

Inge Marcus wurde 1922 in Berlin geboren. Sie wuchs in Berlin-Steglitz auf und wurde 1939 kurz vor dem Abitur von ihren Eltern als Au-pair-Mädchen zu einer befreundeten Familie nach Großbritannien geschickt.

Inge Marcus wurde 1922 in Berlin geboren. Sie wuchs in Berlin-Steglitz auf und wurde 1939 kurz vor dem Abitur von ihren Eltern als Au-pair-Mädchen zu einer befreundeten Familie nach Großbritannien geschickt.

Das rettete sie vor der Verfolgung im Holocaust, der ihre Eltern nicht entkamen – sie wurden von den Nationalsozialisten ermordet. In England absolvierte sie eine Ausbildung zur Säuglingsschwester. Sie ging 1947 nach Paris, um dort ihre Jugendliebe Gerhard Marcus, den sie noch aus Berlin kannte, wiederzutreffen und zu heiraten. Mit zwei Söhnen kehrte die junge Familie 1951 nach Berlin zurück, wo ihre Töchter Madeleine und Marguerite geboren wurden. Inge Marcus engagierte sich am Wiederaufbau der Jüdischen Gemeinde in Berlin, war 35 Jahre lang gewählte Repräsentantin im Gemeindeparlament und blieb danach noch als Gemeindeälteste aktiv. Sie war an der Wiedergründung des Jüdischen Frauenvereins in West-Berlin beteiligt und Mitglied in der Women’s International Zionist Organisation (WIZO), einer wohltätigen Frauenorganisation. Sie starb im Sommer 2016 im Alter von 95 Jahren in Berlin und hinterließ vier Kinder, 10 Enkel und eine Urenkelin.

Marguerite Marcus

Marguerite Marcus kam 1959 als jüngstes von vier Kindern in Berlin zur Welt.

Marguerite Marcus kam 1959 als jüngstes von vier Kindern in Berlin zur Welt.

Ihre Eltern Inge und Gerhard Marcus konnten vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs Deutschland verlassen und entkamen so den schlimmsten Formen der Verfolgung. Die Wurzeln ihrer Familie kann sie bis in das 17. Jahrhundert in Mitteldeutschland zurückverfolgen, seit Mitte des 19. Jahrhunderts lebt die Familie in Berlin. Die Familie ist liberal-religiös, als Kind besuchte sie die Synagoge Pestalozzistraße. Ihren Berufswunsch Kinderärztin konnte sie, anders als ihre Mutter, in Berlin realisieren. Während ihres Studiums an der Freien Universität engagierte sie sich in jüdisch-feministischen Gruppen. Als junge Ärztin konnte sie 1988 den ersten internationalen Kongress für Medizin und jüdische Ethik in Berlin mit organisieren. Zusätzlich bildete sie sich im Bereich Familien- und Traumatherapie fort und engagierte sich bei AMCHA Deutschland, einem Verein für die psychologische Hilfe von Überlebenden des Holocaust. Neben ihrer kinderärztlichen Tätigkeit ist sie eine aktive Netzwerkerin und übernahm 2017 eine Patenschaft für einen syrischen Jugendlichen. Sie lebt mit ihren zwei Söhnen in Berlin-Wilmersdorf und besucht die Synagoge am Fraenkelufer in Kreuzberg.

Sara Nachama

Sara Nachama ist die Gründerin und Rektorin des Touro College Berlin, einer jüdisch-amerikanischen Hochschule, die Bachelor- und Master-Programme in BWL, Psychologie und Holocaust-Studien anbietet.

Sara Nachama ist die Gründerin und Rektorin des Touro College Berlin, einer jüdisch-amerikanischen Hochschule, die Bachelor- und Master-Programme in BWL, Psychologie und Holocaust-Studien anbietet.

Sie ist zudem stellvertretendes Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Berlin, Kuratoriumsmitglied des Jüdischen Krankenhauses und Mitglied des Vorstands der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ). Im November 2014 wurde sie für ihr vielfältiges soziales Engagement mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Aufgewachsen in Jerusalem, hat sie an der dortigen Hebräischen Universität studiert und lebt seit 1978 in Berlin. Sie hat zwei erwachsene Kinder.

Nina Peretz

Nina Peretz ist in Tübingen geboren. In Berlin studierte sie Spanisch, Portugiesisch und Betriebswirtschaftslehre.

Nina Peretz ist in Tübingen geboren. In Berlin studierte sie Spanisch, Portugiesisch und Betriebswirtschaftslehre.

Ein Auslandsaufenthalt während des Studiums führte sie nach Israel. Bei einem Hebräischkurs in Berlin lernte sie ihren heutigen Ehemann Dekel kennen, der aus Israel stammt. 2011 konvertierte sie zum Judentum. Zusammen mit ihrem Mann Dekel begann sie sich mehr und mehr in der Synagoge am Fraenkelufer zu engagieren und gründete 2015 den Verein Freunde der Synagoge Fraenkelufer mit, der sich neben Gemeindeaufgaben auch der Nachbarschaftsarbeit in Kreuzberg widmet. Im Mai 2017 wurde Nina zum ersten weiblichen Vorstandsmitglied (Gabbait) der Synagoge am Fraenkelufer gewählt. Hauptberuflich ist Nina Peretz in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit eines Berliner Wohlfahrtsverbands tätig.

Boris Rosenthal

Boris Rosenthal ist 1957 in Lemberg (heute Lwiw), der Hauptstadt Ostgaliziens, geboren. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wanderte er 1990 mit Frau und Sohn nach Berlin ein.

Boris Rosenthal ist 1957 in Lemberg (heute Lwiw), der Hauptstadt Ostgaliziens, geboren. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wanderte er 1990 mit Frau und Sohn nach Berlin ein.

Rosenthal ist studierter Gitarrist, Dirigent und Musikpädagoge. Seit 1993 unterrichtet er als Musiklehrer am Jüdischen Gymnasium in Berlin. Zu seinen Projekten gehören unter anderem die Gründung der Big Band Rosenthal & Friends und der Benny Goodman Revival Band. Häufig tritt er sowohl auf den großen Bühnen, wie der Berliner Philharmonie, als auch bei Festen in jüdischen Gemeinden in Deutschland auf.

Renée Röske

Renée Röske ist 1978 in Köln geboren und machte dort 1998 Abitur.

Renée Röske ist 1978 in Köln geboren und machte dort 1998 Abitur.

Während der Schulzeit begann sie, sich im Jugendzentrum der Synagogengemeinde Köln und bei der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland als Betreuerin und Ausbilderin zu engagieren. 1999 nahm sie ein Studium der Politikwissenschaften, Soziologie und Psychologie in Bonn auf, das sie 2004 abschloss. Nach ihrem Studium arbeitete sie als Referentin für verschiedene Politiker und Institutionen und ist seit 2016 in der politischen Kommunikation eines deutschen Chemiekonzerns tätig. Seit 2008 lebt sie in Berlin. Sie ist Mitglied des Bundes- und Berliner Landesvorstandes des „Arbeitskreis Jüdischer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten“ und war Vorstandsmitglied im „Bauverein Neue Synagoge Potsdam e. V.“.

Yehuda Teichtal

Yehuda Teichtal wurde 1972 in New York als Sohn einer traditionell lebenden jüdischen Familie geboren.

Yehuda Teichtal wurde 1972 in New York als Sohn einer traditionell lebenden jüdischen Familie geboren.

Mit 23 Jahren wurde er in New York zum Rabbiner ordiniert. Um den Aufbau jüdischen Lebens in Deutschland zu unterstützen, zog er 1996 mit seiner Familie nach Berlin, wo er das Chabad-Zentrum gründete und seit 2012 als Gemeinderabbiner der Jüdischen Gemeinde tätig ist. Seit seiner Ankunft in Berlin trug er zur Entwicklung des religiösen, jüdischen Lebens der Stadt bei und wirkte an der Entstehung von Kindergärten, Schulen, dem Jüdischen Bildungszentrum und der Synagoge in der Münsterschen Straße mit.

Sophie Templer-Kuh

Sophie Templer-Kuh wurde in 1916 in Wien, Österreich als Tochter von Marianne Kuh, Schwester des berühmten Essayisten und Journalisten Anton Kuh, und dem Psychoanalytiker Otto Gross geboren.

Sophie Templer-Kuh wurde in 1916 in Wien, Österreich als Tochter von Marianne Kuh, Schwester des berühmten Essayisten und Journalisten Anton Kuh, und dem Psychoanalytiker Otto Gross geboren.

Ihr Vater starb, als sie vier Jahre alt war. Kurz nach seinem Tode wurde Sophie zu einer Pflegefamilie in Dänemark geschickt, wo sie mehrere Jahre verbrachte, bevor sie zurück zu ihrer Mutter nach Berlin zog. Ihr Stiefvater behandelte Sophie wegen seiner Abneigung gegen ihren Vater wie eine Ausgestoßene. Aufgrund von wachsendem Antisemitismus in Deutschland zog die Familie 1933 zurück nach Wien. 1939 fand Sophie einen Förderer, der ihr half, vor den Nazis zu fliehen und sich in England in Sicherheit zu bringen. Ihr Stiefvater wurde in einem Konzentrationslager ermordet. Ihre Mutter, Schwester und Bruder konnte Sophie aber retten und schaffte es, dass sie zu ihr nach England nachkamen. 1945, zur Zeit ihres Dienstes bei der britischen Armee, traf sie ihren Ehemann Simon, mit dem sie zwei Kinder bekam. Im Jahre 1965 war Sophie schon geschieden und lebte mit ihren Kindern in den USA, wo sie ihren Lebensunterhalt zunächst als Kindermädchen und schließlich als Krankenschwester verdiente. Nach der Pensionierung entschied Sophie, dass sie ihre Heimat wiedersehen wollte, also kehrte sie nach Wien zurück und begann mit der Suche nach Informationen über ihren leiblichen Vater Otto Gross. Während dieser Zeit fand sie ihren Bruder Michael, zu dem sie den Kontakt verloren hatte und erst 30 Jahre später wiederfand. Auf sein Drängen hin zog sie wieder nach Berlin.

Shlomit Tulgan

Shlomit Tulgan ist 1970 in West-Berlin geboren. Sie stammt aus einer sephardischen Istanbuler Familie.

Shlomit Tulgan ist 1970 in West-Berlin geboren. Sie stammt aus einer sephardischen Istanbuler Familie.

Aufgewachsen ist sie aufgrund der journalistischen Tätigkeiten ihrer Eltern in Prag, Leipzig und Moskau. Sie ist gelernte Kunstpädagogin und arbeitete in Seattle, Jerusalem und Berlin. Als Autorin und Illustratorin hat sie zahlreiche Kinderbücher auf Deutsch und Türkisch gestaltet und geschrieben. Seit 2008 arbeitet sie im Jüdischen Museum Berlin. 2010 gründete sie das jüdische Puppentheater „Bubales“, das vor allem jüdische Themen und interkulturelle Fragen für Kinder und Jugendliche aufbereitet.